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GEBURT

ich hoffe, Sie haben die Rubrik „Trächtigkeit“ gelesen. Man sollte immer mal wieder prüfen, ob im Katzenbauch noch munteres Getrampel zu spüren ist. Dann besteht meist kein Grund zur Sorge, auch wenn bereits der 67. oder 68. Tag der Trächtigkeit da ist.

Nun ist es also soweit, die Phase 1 mit Senkungs- oder Eröffnungswehen hat begonnen. Die Föten befinden sich in den beiden Hörnern der Gebärmutter. Sie schwimmen in der schützenden Fruchtblase und sind von der Plazenta umgeben.

Die Wehen erweitern die Geburtswege und schieben die Ungeborenen abwechselnd aus den beiden Hörnern in Richtung Geburtskanal. Aus den Milchleisten kann auf Druck schon Kolostralmilch austreten. Nun beginnen die einzelnen Geburtsphasen. Die erste Phase der Wehen kann unbemerkt vorüber gehen. Hier erweitert sich der Muttermund und der Uterus beginnt, sich zusammenzuziehen. Dies kann wenige bis 24 Stunden dauern. Die Kätzinnen können ruhelos oder überfürsorglich sein, hin- und herlaufen, keuchen oder erbrechen. Der Atemrhythmus der Kätzin beschleunigt sich und sie wird anfangen durchs Maul zu atmen und dabei rhythmisch zu schnurren. Dieser Zustand kann viele Stunden anhalten und sollte nicht gestört werden. Solange die Kätzin dabei zufrieden scheint und entspannt daliegt. Sie können durchaus bis zu 24 Stunden vor den Presswehen nichts fressen. Aus der Scheide kann klarer Schleim kommen, Kontraktionen sind jedoch nicht zusehen. Am Ende der ersten Phase beginnt die Wehentätigkeit. Die meisten Kätzinnen legen sich in die Wurfkiste, schnurren und kratzen herum, um ihr „Nest“ zu bauen. Es ist wichtig sicherzustellen, dass der Wurfort für die neugeborenen Kitten warm genug ist, etwa 22° Raumtemperatur, weil die Katzenkinder in den ersten Tagen nach der Geburt ihre Körpertemperatur allein nicht regulieren können und es besteht die Gefahr des Unterkühlens.

Normalerweise machen Katzen instinktiv alles selbst.

In der 2. Phase werden die ersten Vorwehen zu sehen sein. Die ersten angedeuteten Wehen gehen blad in deutlichere
Kontraktionen der Hinterleibsmuskel, die zunächst in größeren Abständen und dann immer häufiger auftreten. Da die Katze nun Druck im Beckenbereich spürt, läuft sie oft zwischen Wurfkiste und Toilette hin und her (man muss ein Auge darauf haben, dass nicht ein Welpe auf der Toilette geboren wird und in die Streu fällt!), leckt After und Vagina und lockert damit das Gewebe. Bewegung zwischen den Wehen tut vielen Katzen gut (Entkrampfung) und regt überdies die Wehentätigkeit an.

Die Kätzin wird unruhiger und klagt, kann gelegentlich schon mal hecheln. Starke Uteruskontraktionen treiben jedes Kitten aus seinem Horn in den Uteruskörper und durch den Muttermund und die Scheide nach außen.

Da beginnt bereits schon die 3. Phase es sind die Presswehen, die manche Kätzinnen sehr plagen können. Die Presswehen sind zu sehen, meist sind es 3-5 Wehen hintereinander, die in Wellen durch den Körper laufen, gefolgt von einer Pause. Achten Sie bitte auf die Zeit zwischen den Wehen und auf den Zustand der werdenden Mama. Die Wehen sollten kräftig sein, ebenso die Katze. Jetzt liegt der Welpe vor dem Geburtskanal und es beginnt die eigentliche Austreibung des Föten. Die Kitten befinden sich in einer inneren und einer äußeren Fruchthülle. Die äußere platzt in der Austreibungsphase. Das Fruchtwasser geht ab. Es ist klar, fast wie Wasser. Ist das Fruchtwasser blutig, miesfarben oder gar grünlich kann es ein Anzeichen für Komplikationen sein.

Die innere Fruchthülle wird als Blase sichtbar, die schon mal verschwinden kann und wiederkommen kann. Keine Panik das ist oft so. In dieser Blase kann man entweder einen Kätzchenkopf (Kopflage) oder einen Schwanz und Hinterbeinen (Rückenlage,- nicht zu verwechseln mit der Steißlage, bei der man nur den Popo sieht-) am Scheidenausgang erkennen. Man sollte sich nur im Notfall darauf einlassen, an einen festsitzenden Welpen zu ziehen oder ihn in den Geburtskanal zurückzuschieben. Niemals darf am Schwanz oder an den Beinchen gezogen werden. Erst wenn ein Jungtier halb sichtbar ist, kann es notfalls mit der Hand umfasst und bei der nächsten kräftigen Wehe gezogen werden (keine Sache für Unerfahrene!). Es gibt Katzen die arg schreien beim Austreiben der Welpen und welche die ganz ruhig gebären. Erstgebärende haben beim ersten Baby meist große Schmerzen. . Diese wird nicht ruhig liegen bleiben sondern sich zwischendurch drehen oder auch hinsetzen Man sollte ihr beruhigend zureden, sie streicheln oder ein bisschen im Rücken stützen, wenn sie es mag und sie unbedingt daran hindern, die Wurfkiste zu verlassen, da dieses das Leben des Jungtieres kosten kann. Auch sollte man sie daran hindern, wenn sie vor lauter Schmerzen in das austretende Kitten beißen will, Vorsicht auch auf ihre Hände... Im Idealfall kommt das erste Baby 15 - 20 Minuten nach Fruchtwasserabgang, kann aber auch bis eine Stunde dauern. Eine Kätzin, die über eine Stunde in starken Wehen liegt, ohne zu gebären, braucht tierärztliche Hilfe.

Sobald das erste Kätzchen geboren ist, wird die Mutter die Fruchtblase öffnen und das Kleine trockenlecken um die Atmung anzuregen. Lediglich unerfahrene Mütter wissen manchmal nicht, was sie tun sollen. Wenn Sie bemerken, dass die Katze nicht gleich die Fruchthülle öffnet, müssen Sie es tun, damit das Kleine atmen kann. Öffnen Sie die Fruchthülle am Köpfchen, befreien Sie das Mäulchen und Nase vom Schleim und Fruchtwasser und versuchen, die Atemwege von eventuell eingeatmeten Fruchtwasser zu befreien (ausschleudern –unbedingt sich vorher vom Tierarzt zeigen lassen- oder absaugen, beides sehr vorsichtig zu handhaben!) Wenn kein störendes Atemgeräusch mehr zu hören ist rubbeln Sie das Kleine mit einem rauen Handtuch trocken. Ein gesundes, kräftiges Jungtier beginnt nach dieser Prozedur trotz seiner Winzigkeit laut zu schreien und macht sich mit schaukelnden Suchbewegungen des Kopfes auf den Weg zur Zitze. Achten Sie auch darauf, dass zu jedem Kätzchen eine Nachgeburt vorhanden ist, die unbedingt ausgetrieben werden muss!! Nachgeburten die drin bleiben verursachen Infektionen bei der Mutterkatze mit Fieber und Aphatie und es gibt Probleme mit den Katzenwelpen im schlimmsten Fall können sie sterben. Manchmal reißt die Nabelschnur und die Nachgeburt (Plazenta) bleibt noch im Katzenkörper. Man muss sich dies unbedingt notieren und später die Nachgeburten nachzählen. Sollte eine fehlende Nachgeburt nach mehr als 2 Stunden immer noch nicht gekommen sein, sollte man einen Tierarzt um Rat fragen, ihn ggf. konsultieren und mit einer leichten Wehenspritze werden sie dann ausgestoßen. Die Nachgeburt wird normalerweise aufgefressen, tut die Mutter es nicht, müssen Sie sie entfernen. Nicht alle Kätzinnen zeigen Interesse am Fressen der Plazenten. Es ist jedoch nicht belegt, dass dies zwingend erforderlich wäre.

Die Kätzin durchtrennt die Nabelschnur mit ihren Zähnen, unerfahrene Katzenmütter fressen möglicherweise die Nabelschnur zu kurz ab. Es sollten zwei bis drei Zentimeter bleiben. Halten Sie in dem Fall schützend Ihre Hand vor den Bauch des Kätzchens. Manchmal kommen die Kitten so schnell an, dass der Kätzin keine Zeit bleibt jedes zu putzen und die Nabenschnur zu durchtrennen. Man sollte vermeiden, dass die Kitten in der Wurfkiste herumkrabbeln, wenn die Nabelschnüre noch mit den Plazenten verbunden sind. Jetzt muss man selber abnabeln. Man bindet die Nabelschnur mit desinfizierten Händen ca. 2-3 cm vom Bauch des Kittens, nachdem man das Blut von der Plazenta in Richtung Kitten „gemolken“ hat, fest mit einem OP-Faden oder Zahnseide ab und nochmals 1 cm weiter, dann wird die Nabelschnur dazwischen mit einer scharfen sauberen (am besten mit Alkohol desinfizierten) Schere durchgeschnitten. Der Stumpf der Nabelschnüre sollte mit Schleimhautdes-infektionslösung betupft werden, um Infektionen vorzubeugen Geübte Züchter können mit sauberen Fingernägeln die Nabelschnur mehrmals von der Mitte nach vorn und hinten abstreichen (feste) und dann mit den Nägeln durchnibbeln.

Die Geburt des folgenden Welpen kann unterschiedlich lange auf sich warten lassen. Manche Katzen bekommen ihre Babys so schnell nacheinander, siehe oben, dass die einzelnen kaum zu versorgen sind, bei anderen setzten die Wehen für einige Zeit ganz aus und die Jungtiere kommen in größeren, unregelmäßigen Abständen (1-2 Stunden). Hin und wieder scheint die Geburt bereits beendet, am folgenden Tag findet sich aber ein weiteres Kitten in der Wurfkiste, gesund und munter hoffentlich. Sollte die Katze bei der Geburt der nachfolgenden Welpen sehr unruhig sein, ist es ratsam, die bereits geborenen herauszunehmen und in einen kleinen vorgewärmten, mit einem Tuch ausgeschlagenen Karton zu legen, damit sie in der Hektik nicht aus Versehen zu Schaden kommen. Nicht jede Katze toleriert dies Vorgehen aber. Ehe sie aus der Kiste springt, muss man die Erstgeborenen wohl oder übel zurücksetzten. Man kann dann in der entscheidenden Sekunde schützend eine Hand darüberlegen. Wunderbar ist es, wenn die Mutter bei den neu einsetzenden Wehen liegen bleibt, die ersten Jungtiere schon an den Zitzen saugen und damit die weitere Ausschüttung von Oxytocin und die Wehentätigkeit anregen. Wenn die Geburt abgeschlossen ist, alle Nachgeburten eingeschlossen, die Mutter erschöpft, aber schnurrend in der Kiste liegt, wäre eine kleine Stärkung wohl angebracht, nicht unbedingt für die Geburtshelfer sondern für die Katze: Eigelb und Traubenzucker in Kondensmilch oder Katzenmilch verrührt.

Jetzt ist auch der ideale Zeitpunkt, um das Geschlecht und das Geburtsgewicht zu bestimmen. Ist die Geburt normal verlaufen, können Katzenmutter und Züchter entspannen. Sollte der Untergrund nun zu nass sein, muss man die kleine Familie ggf. doch einmal kurz aus der Kiste hinaus- und wieder hinein heben, ansonsten ist ein Auswechseln der Laken nach einigen Stunden ausreichend, zumal sich die Katzenmutter in der Zeit meist selbst erst einmal richtig säubern muss und will. Zunächst wird sie aber in den meisten Fällen schnurrend in der Kiste liegen mit ihren Kindern an den Zitzen - und dieser Anblick macht den Geburtshelfer dann auch stolz und glücklich!

In den ersten Stunden fließt die besonders wichtige Kolostralmilch, durch die die Kleinen in den nächsten Wochen den Schutz vor Infektionen durch die Mutter mitbekommen. Man sollte die Kleinen ab sofort täglich zur gleichen Zeit wiegen, machen Sie sich eine Wiegeliste, um zu kontrollieren, ob sie auch genügend Milch von der Mama bekommen. 10 bis 20 Gramm sollten sie täglich zunehmen. Sollte es einmal etwas weniger sein oder gar an einem Tag stillstehen, ist das noch kein Grund zum Verzweifeln. Meist reguliert sich das am nächsten Tag von selbst. Nach 2 Tagen des Gewichts-stillstandes oder gar des Abnehmens sollte man allerdings dringend etwas unternehmen.

Die Kätzin und die Welpen sind in den nächsten Tagen mit Argusaugen zu beobachten. Die Kitten sollten prall und zufrieden und ruhig zusammen kuscheln, wenn die Mutter das Nest verlässt, was sie auch mehrmals am Tag machen sollte. Sie sollte mit Appetit fressen und ihr grosses und kleines Geschäft innerhalb der nächsten 24 Stunden nach Geburt gemacht haben. Und sie sollte sich nach Geburt ausgiebig pflegen und putzen. Stärkere Blutungen etwa, erhöhte Temperatur, apathisches Verhalten sind Alarmzeichen, die eventuell auf eine Gebärmutterentzündung hindeuten. In dem Fall sollte schnell reagiert werden. Ein eventueller Milchstau kann, rechtzeitig entdeckt, meist durch Massieren oder Kühlen begegnet werden. Auf regelmäßigen Stuhlgang ist zu achten. Häufig sind Katzen nach einer Geburt verstopft. Die Pflege des Nachwuchses regelt die Katzenmutter selbständig. Gelegentlich, besonders nach einer schweren Geburt und bei einem großen Wurf, muss die Kätzin in den ersten beiden Tagen bei der Säuberung der Kleinen unterstützt werden. Der Pflegetrieb wird erst durch das Mütterlichkeitshormon ausgelöst. Verzögert sich seine Wirkung, sieht man aufregenden Tagen entgegen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass die Katze zunächst reichlich hilflos vor der Bescherung steht, nicht bei den Babies liegen bleibt, sich in der Kiste hin und her wirft, ihren Menschen in heller Aufregung folgt, sobald sie den Raum verlassen und ständig mit einem Jungtier im Maul spazieren geht. Man muss Geduld haben - innerhalb weniger Tage ist sie in ihre neue Rolle hineingewachsen und wird sich ihrem Nachwuchs hingebungsvoll widmen.

Aber es gibt auch leider die andere Seite, Schauen Sie mal unter
Geburtsprobleme