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Geburtsprobleme


Geburtsprobleme sind bei Katzen eher selten, meist geht die Geburt reibungslos und die Mutter weiß instinktiv was zu tun ist.

1. Schleim-/Blutabsonderungen
Leichte Schleimabsonderungen können bei einer sehr fülligen Katze schon
einige Wochen vor der Geburt auftreten und sind meist unbedenklich. Übel riechender Ausfluss, stark blutiger Ausfluss, Ausfluss in größeren Mengen vor, während und nach der Geburt gehören in tierärztliche Behandlung.

2. Ausbleibende Wehen:
Wenn die Geburt nicht bis zum 70. Tag von selbst in Gang kommt, sollte man sich mit seinem Tierarzt beraten.

3. Wehenschwäche:
Bei einer primären Wehenschwäche wird sicherlich ein Kaiserschnitt angezeigt sein. Handelt es sich um eine sekundäre Wehenschwäche, durch einen langen und anstrengenden Geburtsverlauf oder durch Einfrüchtigkeit (das einzige Jungtier ist absolut zu groß) bedingt, wird der Tierarzt zunächst Oxytocin spritzen, eventuell nach einer Stunde ein zweites Mal. Tut sich auch dann nichts, wird auch hier ein Kaiserschnitt vorgenommen.

4. Erfolglose Presswehen länger als 1-2 Stunden, ohne dass ein Junges geboren wird:
ebenso wenn Presswehen schon da sind und plötzlich aufhören Ursache für beides könnte sein: Querlage eines Fötus, meist eines toten Tieres, oder auch das Eintreten von 2 Welpen gleichzeitig in den Geburtskanal. Ebenfalls ein zu großes überentwickeltes Kitten kann im Geburtskanal liegen. Auch eine Verkrampfung ist denkbar, die durch Spasmolytika gut behoben werden kann. Hier muss ein Tierarzt weiterhelfen. Während der Fahrt zur Praxis erfolgt die Geburt häufig doch noch spontan so dass man für diesen Fall ausgerüstet sein sollte. Der Tierarzt wird Röntgen und ein Kaiserschnitt wird unumgänglich sein.
Es gibt auch eine Gebärmutterschlaffheit bei Kätzinnen (gar nicht mal so selten). Sie ermüdet plötzlich, die Wehen werden schwächer oder hören ganz auf bevor oder nachdem das erste Kätzchen geboren ist, obwohl offensichtlich ist, das noch Kitten im Bauch sind. Die Katze wirkt ausgelaugt, schlapp und müde. Tierärztliche Hilfe ist dann unumgänglich!! Ursache dafür ist oft eine Störung des hormonalen oder metabolischen (stoffwechselbedingt) Gleichgewichts. In ganz selten Fällen auch eine innere Verletzung z.B. durch einen Sturz der Kätzin in der Tragezeit. Der Tierarzt wird entscheiden ob eine Injektion des Hormons "OXYTOCIN" nötig ist um die Wehen wieder in Gang zu bringen und der Geburt einen normalen Fortgang zu geben oder aber ob das Problem doch so schwierig ist, das ein Kaiserschnitt gemacht wird. Das muss auf jedenfall auch die Röntgenaufnahme entscheiden.

5. Gebärmutterentzündung:
Falls eine Plazenta oder ein Teil davon in der Gebärmutter bleibt, besteht die Gefahr einer Gebärmutterentzündung. Allerdings kann die fehlende Plazenta noch bis zu 36 Stunden nach der eigentlichen Geburt ausgestoßen werden. Im anderen Fall wird der Tierarzt ein Antibiotikum verabreichen. Übrigens: Sehr selten gibt es Zwillingsgeburten, d.h. eine Plazenta für 2 Welpen. Es gibt weitere, wesentlich seltenere Komplikationen, die allerdings so drastisch verlaufen (z.B. Eklampsie, Gebärmuttervorfall), dass sofortige tierärztliche Hilfe außer Frage steht.


Eklampsie:
Bei der Eklampsie handelt es sich um einen Kalziummangel in der Zeit um die Geburt herum, vor- bis nachher. Bei großen Würfen können Muskelkrämpfe in Erscheinung treten. Orale Gaben von Kalzium vor und nach der Geburt können dieser Krankheit vorbeugen. Tritt sie auf, reicht die alleinige orale Verabreichung nicht. Die parenterale Applikation ist dann unumgänglich.

Steisslage:
nicht zu verwechseln mit der Rückenlage. Der Welpe tritt mit dem Hinterteil und am Körper angelegten Beinen aus. Oftmals geht es trotz Wehen nicht mehr voran und das Baby kann nicht austreiben. Nun
kann es Kompikationen geben. Anfänger in der Zucht sollten sich in dieser Situation besser mit dem Tierarzt beraten.

Der Kaiserschnitt:
Ein Kaiserschnitt ist eigentlich ein schneller Eingriff und für einen geübten Tierarzt absolut kein Problem. Erwacht die Kätzin aus der Narkose und nimmt ihre Babys an, kann man von Glück sagen. Meist ist es aber nicht so. Dann ist der Züchter gefragt. Man darf erstmal ein paar Stunden vergehen lassen ohne beizufüttern. Oft nimmt die Kätzin nach 8 - 12 Stunden ihre Kitten an. Tut sie es nicht muss man alle 2 Std. zufüttern (auch Nachts) mit angerührter Kittenaufzuchtsmilch.
Nach einer Geburt sollte die Kätzin nach 24 Stunden spätestens, nach einer Erholungspause, aus der Wurfkiste kommen, die Toilette besuchen und Futter verlangen. Die meisten machen es ja schon eher. Die Nachblutungen können noch bis 5 Tage gehen. Man sollte drauf achten das das Blut normal rot ist und sich nicht bräunlich oder schmierig verfärbt,
dann sofort zum Tierarzt, denn - geht es in Eiter über, sind Reste in der Gebärmutter geblieben, evtl eine Nachgeburt. Auch empfiehlt sich, wenn man unsicher ist ob noch ein Baby dringeblieben ist, ganz schnell mal eben zum Röntgen zum Tierarzt zu gehen.

Anlass zur Sorge ist:
*wenn die Kätzin überhaupt nicht ihr Wurflager verlässt und müde/apathisch wirkt.
*wenn sie sich länger ausserhalb der Wurfkiste aufhält und auch auf Rufen ihrer Welpen nicht die Wurfkiste aufsucht.
*bei Fieber, Durchfall, Fressunlust der Mutter -
sofort zum Tierarzt!!
*wenn sich das Gesäuge hart und heiss anfühlt. Ein gut abgenuckeltes Gesäuge ist weich und beim Hereingreifen und leichtem Druck hat die Kätzin keine Schmerzen.
* Bei Abnahme der Kitten, sowie bei starker Unruhe der Kitten.

Wichtige Informationen zu neugeborenen Kitten: Direkt nach der Geburt:
Eine der größten Gefahren für das Leben eines Kitten ist das Verschlucken von Fruchtwasser während der Geburt. Diese Gefahr ist besonders dann gegeben, wenn ein Kitten länger im Geburtskanal feststeckt (z.B. Rücken- oder Steißlage) oder die umhüllende Fruchthülle bereits gerissen ist.
Solch ein Kitten muss nach der Geburt sofort ausgeschlagen (diesen Vorgang muss man sich von kundiger Hand zeigen lassen) oder fachmännisch beim TA abgesaugt werden. Verschlucktes Fruchtwasser verklebt die Lungen, und obwohl einem Kitten in den ersten 2 Tagen nichts anzumerken ist, erfolgt die Reaktion fast immer am 3. Tag und dann gibt es leider keine Hilfe mehr, es bleibt nur noch die Euthanasie um Leiden zu ersparen.
Auch wenn ein Kitten nach der Geburt Probleme hat sofort zu atmen, oder sogar Wasser aus Nase oder Mäulchen läuft, deutet dies auf verschlucktes Fruchtwasser hin und verlangt sofortige Maßnahmen.