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Handaufzucht:

Die Handaufzucht ist ein sehr diffiziles Thema, zu welchem ein erstaunlich hoher Aufklärungsbedarf besteht. Selbst langjährige Züchter stehen oft recht hilflos da, wenn die Milch versiegt oder gar nicht erst fließt und wissen nicht genau, welche Maßnahmen sie nun ergreifen müssen. Ohnmacht und Verzweiflung machen sich breit. Ratlosigkeit und darauf folgende Panikreaktionen sind nicht selten. Daher wäre es zu begrüßen, wenn die Menschen in diesem Fall schnellstens, zum raschen Handeln & Helfen gegenüber anderen bereit wären, denn es kann Jeden treffen.


Wie verläuft die normale Entwicklung der Welpen?

Geburtsgewicht: ca. zwischen 75 und 110 g, es gibt aber auch durchaus Babys mit einem Geburtsgewicht von ca. 50 g oder sogar mit bis zu 160 g ! Optimales Ausgangsgewicht ca. 90- 100 g. Die optimale Gewichtszunahme pro Tag sollte zwischen 5 - 20 g liegen, weniger als 5 g pro Tag sind meistens auffällig. Es kann sein, dass einzelne Babys in den ersten beiden Tagen etwas abnehmen, bis die Milch bei der Mutter richtig eingeschossen ist. Das ist in der Regel kein Grund zur Beunruhigung.
Wichtig: tägliches Wiegen aller Babys, möglichst immer zur gleichen Tageszeit. Gewichte in Tabelle notieren, damit die Zunahme überwacht werden kann. Die Entwicklung verläuft optimal, wenn die Babys pro Woche um ihr Geburtsgewicht zunehmen. Notizen, wie Nabelablösung und wann die Augen geöffnet wurden, sind sinnvoll. Nimmt ein Kätzchen ohne ersichtlichen Grund ab, kontrollieren Sie das Mäulchen, eine Gaumenspalte könnte die Ursache sein. Ein solches Kätzchen ist leider nicht lebensfähig und muss eingeschläfert werden. Eine andere Ursache kann Fruchtwasser sein, das bei der Geburt in die Lunge gelangt ist. Es entsteht eine Lungenentzündung und beim Atmen sieht man deutlich, wie das Kätzchen nach Luft schnappt. Auch hier kann der Tierarzt meist nicht helfen, diese Kätzchen überleben die ersten Tage nicht. Bei Welpen, die sich nach 2 - 3 Tagen nicht normal entwickeln, schlecht zunehmen und sehr unruhig sind, sollten Sie unbedingt auf die Farbe des Urins achten: Ist dieser nicht wasserhell, sondern rötlich oder orangefarben, kann eine Blutgruppenunverträglichkeit vorliegen, die zum Tode des Welpen führt. Abhilfe: Jungtier sofort von der Mutter trennen und 3 Tage lang von Hand füttern. Danach kann das Baby wieder zur Mutter, weil dann keine Antikörper mehr ausgeschieden werden.
Wichtig: Die erste Krise - wenn sie kommt - liegt zwischen dem 3. und 5. Lebenstag. Welpen, die an verborgenen Defekten leiden (Organschäden oder Fehlfunktionen, Schwäche etc.) überleben meistens die erste Lebenswoche nicht. Hier kann man in vielen Fällen auch medizinisch nicht helfen. Es gibt immer wieder Jungtiere, die nicht lebensfähig sind und auch durch massiven tierärztlichen Einsatz nicht zu retten sind.

Gründe für die Handaufzucht bzw. Zufüttern

Es gibt viele Ursachen, die dazu führen können, dass eine Katzenmutter nicht dazu in der Lage ist, ihre Kitten selbst großzuziehen. Manche Katzen haben aus irgendwelchen Gründen (Stress, Umzug) keine oder nur zu wenig Milch, andere wiederum meinen, die Aufzucht von Kindern sei ein viel zu mühseliges Geschäft und lehnen diese kategorisch ab. Auch kann eine Gesäugeentzündung, eine Gebärmutterentzündung der Mutterkatze der Grund sein, was einen sofortigen Besuch beim TA zur Folge haben sollte. Oder aber die Geburt erfolgte per Kaiserschnitt und die Katze steht unter einem Operationsschock. Katzen reagieren ganz unterschiedlich auf den Eingriff: Einige beginnen bereits in halb narkotisiertem Zustand, den Nachwuchs zu belecken, andere lehnen die Kitten rigoros ab. Man kann das Interesse der Mutterkatze auch wecken, indem man die Kitten mit weicher Butter einreibt. Viele Katzenmütter lassen sich von dem Duft verführen und beginnen, die Kitten abzuschlecken. Ist dies der Fall, hat man schon gewonnen. Sobald die Mutter die Kleinen beleckt, kann man davon ausgehen, dass sie ihren Nachwuchs auch annimmt. Unruhe und Stress, beispielsweise durch einen Umzug bedingt, können ebenfalls dazu beitragen, dass die Milch versiegt
.
Auch ein großes Unglück: die Katzenmutter stirbt während oder kurz nach der Geburt und der Züchter steht ganz allein da. In diesem Fall, sollte man während der ersten Stunden ein Wärmekissen (Empfehlung = SnuggleSafe) oder ein Kirschkernkissen beziehungsweise ein Leinsamenkissen - ALLE lassen sich bequem in der Mikrowelle erhitzen, Snuggle Safe hält fast 12 Stunden die Wärme. Überprüfen Sie die Temperatur des Kissens mit der Hand, bevor Sie es verwenden und schieben es unter die Liegefläche der Kitten, aber bitte nicht die komplette Kiste damit ausstatten, die Kitten sollten auf eine“ kühlere“ Fläche ausweichen können. Verzichten Sie bitte auf Rotlichtlampen, da die Kitten hier keine Ausweichmöglichkeit haben, falls es ihnen zu warm wird und sie schnell austrocknen können. Eine Zimmertemperatur von ca. 22 Grad ist vollkommen ausreichend! Später nach 2-3 Wochen, wenn die Kleinen ihre Körpertemperatur selbst regeln können, reicht eine angenehme Zimmertemperatur aus. Allerdings sollte man nicht vergessen, den Raum regelmäßig zu lüften, da kleine Kätzchen viel frischen Sauerstoff benötigen.
Mit Zufüttern in den ersten 2 - 3 Tagen sollte man sehr zurückhaltend sein, da sich Mutter und Kinder erst aufeinander einspielen müssen. Bei großen Würfen (6 Welpen oder mehr), kann Zufüttern in den ersten Tagen wichtig sein, da manchmal nicht alle Babys gleich kräftig sind und einzelne zu kurz kommen können. Ist ein Jungtier nur kleiner als die Geschwister, ansonsten aber körperlich gesund, kann man durch Zufüttern helfen.

Was wird für die Handaufzucht/ Zufüttern benötigt und wie mach ich das?

Notfalls wenn nichts anderes greifbar ist: 10%ige Dosenmilch (lauwarm) mit einer Prise Traubenzucker, aber nur im Notfall. Wenn man einen Wurf erwartet sollte man immer auf Vorrat eine Aufzuchtsmilch im Haus haben! Eine qualitativ gute Ersatzmilch für Katzenwelpen: z.B. von IWEST Mammilac, Ziegenmilch Farm Food , Cimilak (gibt es beim Tierarzt). Ich habe sehr gute Erfahrungen mit der Ziegenmilch Farm Food gemacht, da die Proteine in der Ziegenmilch sehr viel feiner strukturiert sind als in der Kuhmilch, was auch wieder die Verdaulichkeit erhöht.
Anfangs durchsichtige Silikonsauger mit Pipette, oder Einmalspritzen (1ml, 3ml und 5ml) mit passenden Sauger, falls das mit der Flasche und dem saugen nicht hinhaut Babyflasche und Gummisaugern für Katzen (gibt es im Zoogeschäft oder in der Apotheke), bitte Sauglöcher nicht zu groß setzen. Ein Glas zum Anrühren der Milch und einen kleinen Schneebesen kochfeste Geschirrtücher als Unterlage bzw. um nach den Mahlzeiten das Mäulchen zu reinigen Schüssel und Waschlappen Die Kleinen mit dem Fläschchen aufziehen, ist ein sehr sehr schwieriges Unterfangen. Da heißt es Tag und Nacht äußerste Disziplin. Die Aufzucht von Neugeborenen verlangt einen sehr immensen persönlichen Einsatz, vor allem nimmt es so viel Zeit in Anspruch!! In der ersten Woche heißt es, alle 2-3 Stunden, auch Nachts, füttern. Längere Zeitabstände, vor allem nachts, sind eine Quälerei für den Welpen, und die Jungtiere verlieren dann über Nacht wieder das Gewicht, was sie tagsüber zugelegt haben. Ist die Mutter dabei, wird sie anschließend den Putzvorgang erledigen, falls sie an ihren Babys interessiert ist. Sind die Kleinen Waisen, reiben Sie das Bäuchlein und die Aftergegend mit einem weichen Tuch und sorgen so dafür, dass die Kleinen sich entleeren (Urin und Kot), was sonst die Mutter wegleckt.
Vorbereitung:
Bei der Auswahl der Milch sollte auf Klumpenfreiheit und Qualität geachtet werden. Bilden sich beim Anrühren dennoch Klümpchen, muss die Milch vor jeder Fütterung sorgfältig gesiebt werden. Die Milch muss bei jeder Fütterung mit abgekochtem heißem Wasser NEU angerührt werden und in das Fläschchen gefüllt werden. Die Temperatur zum Füttern sollte so sein, das, wenn man die Flasche an die Wange nimmt, sie angenehm warm ist. Auf den Packungen bzw. Begleitzetteln sind die Mengen sehr detailliert angegeben, die zur Fütterung der Kleinen angerührt werden müssen Die genaue Milchmenge hängt natürlich vom individuellen Bedürfnis des Kittens und vom Gewicht der Kleinen ab. Gibt sich das Kätzchen mit einer kleineren Menge zufrieden, sollte man es keinesfalls zwingen, mehr zu trinken. Es könnte sich verschlucken. Verlangt es nach mehr Milch, ist diesem Bedürfnis nachzukommen. Nun heißt es, man macht einen Plan, der immer wieder gleich abläuft. Saubere ausgekochten Handtücher und Küchenpapierrolle
sollten immer bereitliegen sowie sterile und saubere Fläschchen. Es sollte immer alles zusammen an einem Platz stehen, dass man nicht lange vor der Fütterung suchen muss. Kleiner Tipp zur Erleichterung: Die Flaschen und das gesamte Fütterungsgeschirr/ besteck sofort nach der Fütterung gut und heiß ausspülen und in einer Plastikbox mit ausgelegtem Küchenpapier zusammenstellen für die nächste Fütterung.
Nun zur Fütterung: Man legt sich ein Handtuch auf die Knie (kein Frottee, weil die Kitten mit ihren Krallen daran hängen bleiben könnten), wäscht sich gründlich die Hände und nimmt ein Kitten auf den Schoß. Vorsicht! Das Kitten darf keinesfalls auf den Rücken gelegt werden, weil es sich in dieser Position leicht verschlucken kann. Das Kätzchen sollte sitzen oder stehen, wobei sein Rücken Ihrem Oberkörper zugewandt ist. Dann führt man den Sauger vorsichtig seitlich in das Mäulchen ein und schiebt ihn behutsam in eine frontale Position. Das heißt, dass der Sauger nun genau mittig im Mäulchen des Kittens sitzt. Und nun hoffen, dass das Kleine auch begreift, worum es geht. Tut sie es nicht, greifen Sie zur Einwegspritze mit Sauger - Tröpfchen für Tröpfchen können sie nachhelfen, bis sie's kapiert und zu saugen beginnt.
Nach der Fütterung, falls die Kitten nicht von der Mutter versorgt werden, siehe oben, wird das Kitten sanft auf den Rücken gelegt. Nun gilt es, das volle Bäuchlein zu massieren, damit die Verdauung in Schwung kommt. Die Massage kann mit einen warmen, etwas feuchten Tuch, das die Zunge der Mama nachahmt, erfolgen. Am besten immer vom Nabel in Richtung After massieren. Ziel ist es, das Kitten zum Urinieren und Koten anzuregen. Das Absetzen des Kotes sollte regelmäßig, muss aber nicht unbedingt nach jeder Mahlzeit erfolgen, das Pinkeln hingegen schon. Die Kleinen können in den ersten 2- 3 Wochen nicht allein auf`s Klo Sind alle satt, mache ich mir ein Schüsselchen mit sehr warmem Wasser, tauche einen Waschlappen, wringe ihn gut aus und dann werden die Babys gewaschen, wie mit der Zunge der Mutter nur ein bisschen größer. Das mögen sie sehr und fangen in der Regel sofort an zu schnurren. Vernachlässigte Babys in der Handaufzucht, wenn man sie nicht pflegt und wäscht, sehen bald verklebt aus und bieten ein Bild des Jammers. Bakterien und Keime werden mit der Zeit zu einem Problem, wenn man nicht alles sauber hält, d.h. die Babys selber, sowie das Wurflager. Wenn die Babys mit allen versorgt sind, fühlen sie sich wohl. Man merkt es, wenn sie nicht mehr
schreien und wohlig schnurren und anschließend einschlafen. Zeiten der Fütterung: Babys 1 - 10 Tage alle 2- 3 Stunden (auch nachts) Babys 10 - 20 Tage alle 3 - 4 Stunden. Nachts nicht mehr, aber die letzte Mahlzeit sollte noch um Mitternacht gegeben werden, die erste Mahlzeit möglichst 6 Uhr Morgens. Wenn ich die ganz Frischgeborenen füttere, mache ich es in den ersten Lebenstagen mit einer Aufziehspritze mit Sauger.


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Babys 1 - 3 Tage alt = 2 ml pro Mahlzeit und pro Kitten Babys 4 - 7 Tage alt = 3 - 4 ml pro Mahlzeit und pro Kitten Babys 8 - 9 Tage alt = 5 - 6 ml pro Mahlzeit und pro Kitten Ab 10. Tag füttere ich mit Fläschchen und dann dürfen die Babys trinken wie sie möchten. Falls Sie Fragen zur Aufzucht haben, oder dringend Hilfe benötigen, wir helfen Ihnen gerne weiter.

Welches unterschiedliche Verhalten der Katzenmütter bei der Jungtieraufzucht gibt es?
Es gibt verschiedene Verhaltensweisen bei Katzenmüttern. Unterteilen wir Sie der Einfachheit halber in Typ A bis Typ D.

Typ A Die Katze liegt direkt nach der Geburt und danach die nächsten 2 - 3 Wochen fast nur in der Wurfkiste und kommt nur zum Fressen und für den "Gang auf Katzenklo" heraus. Babies solcher Mütter entwickeln sich in der Regel prächtig. Sie nehmen fantastisch zu und haben kaum Probleme.

Typ B Die Katze ist ruhig und gelassen, geht regelmäßig zum Säugen und Putzen zu ihren Kindern, liegt aber ansonsten neben und auf der Wurfkiste und zieht ihre Babys souverän, aber ohne übertriebene Putzsucht auf.
Auch Babys solcher Mütter entwickeln sich meistens sehr gut.

Typ C Die hektische und unerfahrene Mutter - Oftmals erstgebärende Katzen, die mit der Geburt und der anschließenden Aufzucht ihrer Kinder völlig überfordert sind. Sie nabeln nicht vernünftig ab und manche laufen sogar voller Entsetzen vor ihren Neugeborenen davon. Sie wollen nicht in der Kiste liegen, laufen bei jedem Piepser ihrer Kinder hektisch durch die Gegend und fühlen sich nicht zuständig, wenn ihre Kinder schreien. Solche Mütter haben häufig sehr unruhige und weinerliche Babys, die schlecht zunehmen, weil sie einfach zu wenig zu fressen bekommen. Es kann sich bei einer solchen Katze um eine einmalige Ausnahme handeln, weil das Tier einfach unerfahren ist. Beim zweiten Wurf kann sich die Katze ganz anders verhalten. Es gibt aber auch Katzen, die für die Zucht nicht geeignet sind und von ihrem Verhalten her keine Babys haben sollten. Leider ist ein solches negatives Zuchtverhalten oft auch bei den Töchtern solcher Mütter zu beobachten. Also, am besten kastrieren lassen.

Typ D Es gibt auch gesellige Mütter, die es lieben, mit der Wurfkiste mitten im Geschehen zu sitzen. Allen Besuchern wird der Wurf stolz vorgeführt und alle anderen Katzen im Hause haben geradezu die Pflicht, den Nachwuchs zu bewundern. Andere Katzenmütter, Adoptivtanten und selbst die Kater sind gerngesehene Zuschauer. Solche Katzen ziehen durchaus auch ihre Babys zusammen mit anderen Müttern auf. Das kann für den Züchter eine sehr schöne Erfahrung sein, weil es hübsch zu beobachten ist, es kann aber auch dazu führen, dass die Gemeinschaftsmütter nicht mehr wissen, für welche Kinder sie zu sorgen haben, und dass die Babys darunter leiden.
Dann hilft nur: Mütter trennen.

Welche möglichen Probleme kann es bei der weiteren Entwicklung der Jungtiere geben?

Nabelentzündung: Normalerweise trocknet der Nabel in den
Tagen nach der Geburt ein und fällt irgendwann nach ca. 1 Woche von allein ab. Entzündet sich der Nabel, so bleibt er feucht, der Bauchbereich schwillt an und das Jungtier geht an einer Infektion zugrunde. Vorbeugung: Täglich beim Wiegen "Nebacetin-Puder" auf den Nabel geben, bis er abgefallen ist. Da Nebacetin-Puder ein antibiotisches Puder ist, wird es nur auch Rezept erhältlich sein.

Augen: Mit ca. 9 - 12 Tagen beginnen die Augen der Babys sich zu öffnen. Zuerst schwellen die Augenlider an, dann ist im Augenwinkel ein kleiner Spalt zu sehen, manchmal ist nur ein Auge auf und das andere öffnet sich etwas später. Beim Öffnen schwimmen die Augen oft in Tränenflüssigkeit, die sehr leicht verkrustet. Sollte man bemerken, dass es evtl. zu Verkrustungen kommt, dann mehrmals täglich mit warmem Wasser die Augenlider vorsichtig abtupfen. Sind die Augen morgens verklebt, die Krusten mit warmem Wasser aufweichen und die Lider vorsichtig öffnen, damit sich keine Eiteransammlung unter den geschlossenen Lidern bildet.
Mit Augenentzündungen ist nicht zu spaßen!

Verkleben die Lider immer wieder, mit dem Welpen zum Tierarzt gehen, sonst kann er unter Umständen erblinden. In den nächsten 2- 3 Wochen sollten die Jungtiere eigentlich problemlos heranwachsen, regelmäßig zunehmen und so gut wie nie weinen. Jungtiere, die ständig jammern, zeigen an, dass ihnen etwas fehlt. Nachprüfen, ob die Mutter genügend Milch hat und alle Babys saugen.
Jungtiere auf Durchfall oder Verstopfung untersuchen. Wenn man von Hand aufzieht, sollte man die Ersatzmilch nicht wechseln, da es sonst schnell zu Verdauungsproblemen kommt. Hat die Mutter ausreichend Milch und nehmen die Kinder gut zu, braucht man nicht schon ab der 5. Lebenswoche mit dem Zufüttern von fester Kost zu beginnen. Meistens beginnen die Kleinen von selber sich fürs „feste“ Futter der Eltern zu interessieren ab da an kann man mit der Anfütterung beginnen. Sind die Kleinen eher etwas mickrig, kann man mit Beginn der 4. Lebenswoche zufüttern. Es empfiehlt sich, für die Anfütterung ein stark riechendes Futter zu verwenden. Ich gebe ihnen sofort das hochwertige Futter der
Eltern, denn in der freien Natur gibt es auch keine spezielle Babymaus, die die Mutter ihren Kitten bring. Mit etwas Aufzuchtsmilch verbreien, das wird sehr gerne angenommen. Man nimmt etwas Brei auf den Finger und gibt vorsichtig etwas ins Mäulchen der Kleinen und dann führt man sie mit dem Finger in Richtung Tellerchen mit dem Brei. In der Regel akzeptieren sie das ungewohnte Futter bereits nach ein bis zwei Tagen. Bleiben Sie anfangs bei der gleichen Sorte, umso weniger Probleme werden Sie mit Durchfall haben.

Ab der Anfütterung empfiehlt es sich ein Katzenklo mit niedrigem Rand bereit zu stellen. Kätzchen wollen instinktiv ihr Geschäft verscharren, sie werden sehr schnell sauber. Trotzdem passiert es ab und an, dass die Kleinen im Spiel vergessen wo das Klo steht oder der Weg zu weit ist. Abhilfe schaffen mehrere Klos in den Räumen, in denen sich die Kleinen aufhalten.

Spätestens mit 4 Wochen sollte man alle Babys und die Mutter entwurmen, danach noch einmal vor den beiden Impfterminen (9. und 13. Woche).

Wie reagiere ich bei Verdauungsbeschwerden während der Nahrungsumstellung?

Verdauungsbeschwerden sind bei einer Handaufzucht oder bei der Futterumstellung leider nicht selten. Verstopfungen und Durchfälle gehören zu den häufigsten Komplikationen. Verstopfungen in Verbindung mit Blähungen können dem Kitten sehr unangenehm werden und sind weitaus kritischer einzustufen als Durchfälle, da sie infolge eines Darmverschlusses nicht selten zum Tode führen. Wer derartigen Schwierigkeiten vorbeugen möchte, kann der Milch ein Erbsenstückgroßes reines Kokosfett beigeben. Das macht den Darminhalt geschmeidiger. Auch mit mildem Fencheltee angemachte Milch verhindert Verstopfungen. Setzt keine Besserung ein, muss man die Kitten zum Tierarzt bringen. Er wird eine Sonde einführen und die Kleinen einem Einlauf unterziehen. Durchfälle gehen in der Regel innerhalb eines Tages von selbst zurück und können außerdem positiv beeinflusst werden, wenn man bei der Fütterung auf Kokosfett und Fencheltee verzichtet und ein wenig Heilerde über das Futter streut. Hält der Durchfall über 20
Stunden an, ist unverzüglich ein Tierarzt zu Rate zu ziehen! Es kommt immer wieder vor, dass die Katzenwelpen in der Phase der Futterumstellung (zwischen 4 - 6 Wochen) an einer Durchfall- oder Brechdurchfallattacke leiden. Dies beginnt meist bei einem Tier und steckt dann der Reihe nach alle Jungtiere und oft auch die Erwachsenen an. Bei Brechdurchfall verlieren die Tiere sehr viel Flüssigkeit und Mineralstoffe, sie verlieren stark an Gewicht, sind appetitlos und sehr angegriffen. Es ist sofortige Hilfe nötig! Und man sollte schnellstens zum Tierarzt Zu der Hilfe gehört auch eine Diät, die man in der Regel vom Tierarzt bekommt. Sollten die Welpen nicht selber trinken, dann notfalls mittels einer 2ml Einwegspritze!
Die Entwicklung und insbesonders die Sauberkeit der Babys
In den ersten 3-4 Wochen ein Bild der Glückseligkeit, vorausgesetzt die Mutter ist gesund. Ab der 3. Woche werden die Babys aktiv, ab der 4. Woche krabbeln sie schon in die bereitgestellten Miniklöchen, probieren und fressen am Katzenstreu. Bitte kein klumpendes Katzenstreu nehmen! Das Futter wird angeknabbert, aber Hauptquelle ist Mama, dort holen sie sich noch alles was sie brauchen. Dann ab der 5. Woche fressen sie teilweise schon feste Nahrung und das Klöchen wird öfter besucht. Es sollten unbedingt ausreichend Klos aufgestellt werden in verschiedenen Stufen. Die Kleinen nehmen die Klos erstmal als Spielplatz. Das ist völlig o.K. denn nur darüber lernen sie auch die Benutzung. Manchmal schlafen sie auch im Klo ein. Das ist auch nichts ungewöhnliches. Auch Spielzeug und Mäuse werden mitgenommen. Nun heisst es Geduld und Nerven behalten und Zeit investieren. Der Züchter ist gefragt, denn der Mutter ist es ziemlich egal, ob die Kinder in die Ecken machen. Der Züchter muss die Lernrolle übernehmen, denn hält das Katzenkind es erstmal für selbstverständlich überall hinzumachen, gibt es Probleme auch eventuell nach Abgabe des Jungtieres bei dem neuen Besitzer. Als erstes müssen die Kleinen eingegrenzt werden und dürfen auf keinen Fall in der ganzen Wohnung rumlaufen, ein Kittenbereich bis 8 Wochen und länger, ist sowieso generell zu empfehlen. Man muss sich die Zeit nehmen und die Minis überwachen und immer und immer wieder in Klo setzen, wenn sie die Ecken aufsuchen oder quickig oder unruhig
werden. Es empfiehlt sich eine Klolandschaft aufzubauen, mit mehreren kleinen flachen Schalen in verschiedenen Höhen. Ich hatte da schon hartnäckige kleine Dickköpfe, die immer wieder aus dem Klo rausrannten und eine Ecke aufsuchten. Aber meine Hartnäckigkeit ist auch nicht zu unterschätzen.
Mit 8 Wochen sollten auch Nachzügler und Mäkler selbständig fressen und absolut sauber die Katzentoilette aufsuchen, ansonsten ist was verkehrt gelaufen. Der Nachtisch wird noch bei Mama geholt, es ist aber mehr Sozialpflege wie Hunger. Die Babys sollten sich jetzt hauptsächlich unter den Geschwistern beschäftigen und toben, toben, toben! Babys mit 8 Wochen sind süss und lustig anzusehen, können aber sehr stressig sein manchmal die Nerven strapazieren, da sie alles entdecken wollen. Am besten ist für die Aufzuchtszeit, wenn man einen eigenen Bereich für die Babys herrichtet, so können sie am besten und schnellsten stubenrein werden und sind geschützt und die großen Katzen haben ihre Ruhe vor diesen kleinen Gremlins. Ab der 4. Woche sollte sich der Züchter auch täglich mit den Kleinen beschäftigen, sie auf den Schoß nehmen, streicheln, kämmen und mit ihnen spielen, damit sie zu menschenbezogenen Jungtieren heranwachsen. Was die Babys in dieser Phase zwischen der 4. und der 8. Lebenswoche an Zuwendung mitbekommen (oder auch nicht), prägt sie für ihr ganzes Leben. Auch der Umgang in einer menschlichen Wohnung und die Spielregeln, was man darf und was nicht, müssen in dieser Zeit vermittelt werden. Vernachlässigt man seine Jungtiere in dieser Zeitspanne, werden sie scheu, lassen sich nicht gern anfassen und die spätere Pflege wie Kämmen und Baden werden zum Problem. Das typische Verhalten kann man bei vielen Bauernhofkatzen beobachten, die wild aufwachsen und nie wirklich zutraulich werden. Viele Unarten wie Betteln, auf dem Tisch liegen, an den Möbeln kratzen etc. kann man am besten in diesem frühen Alter abgewöhnen und in die richtigen Bahnen lenken. Erwachsene Katzen lassen sich nur schwer erziehen. Wichtig im Umgang mit Katzenkindern ist KONSEQUENZ Entweder die Katze darf ins Bett - oder eben nicht – Meine Babys dürfen zu diesen Zeitpunkt noch nicht mit ins Bett, dass sollen die zukünftigen Besitzer selber entscheiden. Entweder sie darf auf dem Sofa liegen - oder nicht. Mal ja und Mal Nein versteht kein Tier und man tut sich selbst keinen Gefallen, wenn man sich von seiner Katze tyrannisieren
lässt. Auch ausgefallene Futtergewohnheiten werden den Katzen meistens anerzogen. Ein Züchter wird bemüht sein, qualitativ gutes und abwechslungsreiches Futter zu geben, aber keine albernen Leckereien, die letztendlich nur die Futtermittelindustrie erfreuen. Katzen begreifen sehr schnell, das Katzenfutter grundsätzlich nur auf dem Fußboden steht, nicht auf dem Tisch. Man darf sie allerdings nicht zum Betteln verführen.

Welche allgemeinen Gefahrenquellen gibt es?

Benutzt man als Wurfkiste einen Pappkarton, muss man darauf achten, dass die seitlichen Löcher zugestopft sind, da die Babys sonst möglicherweise mit dem Kopf hängen bleiben. Keine Frotteetücher in die Wurfkiste, da sich die Krallen verhaken können. Bei zurechtgeschnittener Bettwäsche, sollte man die Säume umnähen, da sonst lange Leinenfäden herausribbeln können, in denen sich die Babys verfangen und schlimmstenfalls aufhängen können. Passen Sie unbedingt auf, dass neben der Wurfkiste keine Hohlräume zur Wand sind. Falls Babys herausfallen können sie sich dort verkriechen und werden von der Mutter nicht mehr gefunden. Unbedingt vor die Wurfkiste ein dickes weiches Tuch legen. Falls Baby beim Säugen mit aus der Kiste gezogen wird, droht sonst auf dem Fußboden Unterkühlung. Vorsicht vor Spielsachen mit gefährlichen Knopfaugen, Ösen, Gummibändern und spitzen Teilen - es besteht Verletzungs- und Verschluckgefahr. Vorsicht vor Zugluft. Mit der Hand am Boden vor der Wurfkiste prüfen, ob es dort nicht zieht, notfalls ein Tuch über die Wurfkiste legen.
Temperatur in der Wurfkiste prüfen (ca. 20 Grad). Alle Unterkriechmöglichkeiten in der Wohnung (unter Küchenmöbeln, hinter Kleiderschränken, hinter Kühlschränken) zustopfen, da sich die Babys gern dort verkriechen, wenn sie anfangen zu laufen. Vorsicht vor sehr hohen und steilen Kratzbäumen, insbesondere in der Nähe von Möbelkanten oder Heizkörpern. Es droht dort Absturz- und Verletzungsgefahr. . Aufpassen, wenn leichtgängige Wohnungstüren offen stehen. Die Kleinen verstecken sich gern dahinter und langen mit den Pfoten durch die Türspalten. Ein Windstoß kann genügen und es gibt eine Katze mehr mit "Knickschwanz". Türen feststellen. Achtung auf dem Balkon: Die Abstände zwischen den Balkonverkleidungen und den
Seitenwänden und Fußböden sind oftmals so groß, dass Jungtiere durchschlüpfen können. VORSICHT im Sommer bei Bienen und Wespen. Kleine Katzen sind neugierig und wollen diese interessanten Brummer fangen.
Bei Insektenstich im Kopfbereich sofort kontrollieren, ob Stachel stecken geblieben ist. Diesen entfernen und Stichstelle mit kaltem Waschlappen kühlen. Schwillt die Verletzung, insbesondere im Maul oder im Rachen, stark an, sofort zum Tierarzt. Sonst droht Erstickungsgefahr. Schwellungen außerhalb und an den Pfoten gehen meist schnell wieder zurück.

Was mache ich, wenn die Katzenmutter ihre Würfe verschleppt?

Oft neigen Katzenmütter dazu, wenige Tage nach der Geburt "mit ihren Kindern umzuziehen"; d.h. sie tragen die Babys aus der Wurfkiste und legen sie an den unterschiedlichsten Stellen ab. Leider zeigen die Mütter dabei manchmal wenig Verstand: Man findet Babys auch auf kalten Fußböden, in den Zimmerecken verstreut, hinter Schränken usw. und oftmals nicht alle beieinander. Die Kleinen leiden unter diesem Herumtragen sehr, kühlen schnell aus und verlieren an Gewicht.
Abhilfe: Einige Tage nach der Geburt eine andere Babykiste anbieten - regelmäßig die Tücher in der Kiste wechseln, einen ruhigen, dunklen Platz für die Wurfkiste suchen und diese halb mit einer Decke abdecken. Hilft das alles nichts, muss die Katze in einen Aufzuchtskäfig, Größe ca. 70 x 70 x 140 cm (wie ein Ausstellungsdoppelkäfig), mit Abdeckung oben oder beliebt sind auch Nylontransportboxen, die 3 fach zu öffnen sind. Der Boden wird mit warmen Tüchern abgedeckt und in das Gitter schiebt man rundherum ca. 15 cm hoch einen Streifen aus Pappe oder Plexiglas oder Teppichboden. Dieser verhindert, dass die Mutter die Kleinen an das Gitter trägt, dort absetzt und diese dann durch die Trennstäbe kriechen. Man muss auf die Mutter einreden, wenn sie anfängt zu schleppen und sie energisch ausschimpfen. Manchmal hilft es auch, wenn man sie mehrfach scharf anpustet. Katzen empfinden dies als Anfauchen und hören dann häufig mit dem Herumtragen auf. Der beste Schutz ist aber eine ruhige, abgedunkelte Ecke, notfalls im Aufzuchtkäfig.
Die Phase des Umziehens geht bei den meisten Katzen glücklicherweise nach einigen Tagen vorbei. Manche Mütter sind aber sehr hartnäckig und müssen längere Zeit im Käfig bleiben.

Was muss ich in Punkto potente Kater und Zuchtkatzen beachten?

Man sollte auch darauf achten, dass Mutterkatzen nicht längere Zeit allein mit potenten Katern zusammenlaufen. Wenn man berufstätig ist, bekommt man gar nicht mit, dass viele Kater Katzen kurz vor und auch nach der Geburt für rollig halten, weil diese offenbar ähnlich riechen. Es kann nicht sinnvoll sein, dass der Kater Deckversuche macht und die Katze ständig belästigt. Also bitte getrennt halten. Ich haben dieses Verhalten bisher allerdings noch nicht bei meinen Kater bemerken können. Man sollte die Tiere unter Aufsicht zueinander lassen und danach entscheiden ob getrennt wird oder nicht. Potente Kater sollten in der Nähe von Jungtieren unbedingt beobachtet werden. Es kann in seltenen Fällen vorkommen, dass die Kater die Jungtiere decken wollen - also auch hier bitte getrennt halten wenn Sie dieses Verhalten beobachten sollten. Übrigens, es kommt häufig vor, dass eine Mutterkatze bereits wieder rollig wird, wenn sie noch Junge hat! Manchmal schon 4- 6 Wochen nach der Geburt. Potente Kater sollte man also fernhalten, sonst gibt es ganz schnell unerwünschten Nachwuchs.

Wie gestaltet sich die Aufzucht von "Einzelkindern"?

Hat eine Katze nur ein Junges bekommen oder ist aus einem Wurf nur eines am Leben geblieben, hat man schnell Probleme mit der Aufzucht. Die Katzenmutter bleibt meistens nicht gern bei nur einem Baby liegen und das Einzelkind ist allein in der Wurfkiste todunglücklich. Bei den seitlichen Pendelbewegungen, die es mit dem Kopf macht, findet es weder die Mutter noch weitere Geschwister und gerät so in Unsicherheit. Es kann sein Kuschelbedürfnis nicht befriedigen und findet keinen Halt in der Kiste. Hat man noch Jungtiere aus anderen Würfen, kann man versuchen, eines dazuzulegen. Ansonsten hilft es, z.B. ein Stückchen Fell oder ein kleines Spielzeug mit in die Kiste zu legen (eventuell mit ein wenig Baldrian betupft), damit das Einzelbaby sich dort ankuscheln kann. Meist hat das Kind sich nach einigen Tagen an die Situation gewöhnt und findet sich damit ab. Einzelbabys brauchen aber mit zunehmendem Alter besonders viel menschliche Zuwendung, damit sie sich normal entwickeln und auch genügend spielen, sonst werden sie später etwas merkwürdig.