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Ernährung

Konservierungstoffe - Eintagsküken - BARF - sollte man meiden

An der richtigen Stelle gespart ?

Viele Katzenliebhaber kaufen das Futter für ihren Liebling leider gerne als Angebot im Discountmarkt, um Kosten zu sparen. Nachfolgende Informationen sollten Ihnen jedoch einen Denkanstoß geben: Eine freilebende Katze würde niemals ... kaufen! Sie würde Mäuse und Vögel jagen. Diese Beutetiere bestehen zu etwa 97% aus Fleisch (Mageninhalt eingerechnet), der Rest sind Fell bzw. Gefieder und Knochen, welche die Katze nicht verwerten würde. Bei einem Fleischanteil von 97% stellt sich natürlich nicht die Frage, wie hoch der Fleischanteil eines Nassfutters mindestens sein sollte, denn dieser sollte wohl möglichst ebenso hoch sein. Als Züchterin der Maine Coon Katzen, die eigentlich als Rattenfänger auf Farmen in Nordosten Amerikas lebten, ist es mir selbstverständlich ein Anliegen, meine Tiere möglichst artgerecht zu ernähren, denn längst nicht alles was Katzen gerne Fressen ist auch wirklich gesund für sie!

Jeder sollte sich darüber bewusst sein, dass Katzen keine "Allesfresser" wie z.B. Schweine sind. Katzen sind  fleischfressende Säuger, die ab und an an Gräsern knabbern und an pflanzlicher Kost lediglich den Mageninhalt ihrer Beutetiere zu sich nehmen. Das bedeutet, dass Katzen von Natur aus ca. 97 % tierisches Eiweiß benötigen, um nicht auf Dauer Mangelerscheinungen und daraus resultierende Erkrankungen zu entwickeln. Daher ist es ungemein wichtig, darauf zu achten dass gerade reine Wohnungskatzen eine optimale Ernährung bekommen - sie können nicht einfach in der Natur für Ausgleich sorgen.

In den handelsüblichen Futtersorten der Discountmärkte sind kaum nahrhafte Bestandteile im Futter enthalten, jedoch jede Menge Schadstoffe wie z.B. Zucker oder Karamel, Füllstoffe, chem. Farb- und Konservierungsstoffe - ja sogar aufbereitetes Fritösenöl findet hier Verwendung. Der Rest besteht häufig aus Tier- oder Sojamehl sowie Pflanzen- und Getreidemehlen. Wo war doch jetzt aber das Fleisch? Selbst wenn das Etikett einer Nassfutterkonserve tatsächlich Fleischanteile aufzeigt, handelt es sich hierbei meist um tierische Nebenprodukte, Abfälle aus Schlachtereien bzw. Abdeckereien wie Fellstücke, wertlose Innereien, Hufe, Fäkalien ect.! Für meine Tiere kommt so etwas definitiv nicht in Frage! Also bitte darauf achten, hochwertiges Dosenfutter besteht aus mindestens 60-80% Fleischanteil ohne tierische Nebenprodukte
Trockenfuttermittel enthalten im Normalfall um die 30 % Fleischanteil, bei Premiumfutter können es 40 - 60 % Fleischanteil sein. Auf Grund der Zusammensetzung ist Trockenfutter also nicht als dauerhaftes Alleinfuttermittel geeignet.

Trockenfutter enthält nicht einfach nur zuwenig Wasser. Es enthält viel zuviel Getreide oder Gemüse - also pflanzliches Protein - je nach Futtersorte 40%-70%. Wenn man nun Maus, Vogel oder Kaninchen als natürliches Beuteschema der Katze (sie gehört zu der Gruppe der carnivoren Tiere Fleischfresser ) nimmt, dann besteht dieses Beutetier zu ca. 97% aus tierischem Protein - also tierischem Eiweiß. Der pflanzliche Anteil bzw. das pflanzliche Protein im Magen-Darmtrakt machen maximal ca. 10% aus. Die Nieren von Katzen sind von Natur aus darauf ausgelegt, tierisches Protein zu verstoffwechseln, pflanzliches Protein belastet Leber und Nieren und führt auf Dauer zu irreparablen Schäden dieser Organe. Jeder Katzenhalter sollte einfach mal überlegen, warum im Zoo/Wildpark/Tierpark kein Trockenfutter, sondern Rohfleisch und ganze Beutetiere, wie z.B. Eintagsküken und je nach Beuteschema Groß-und Kleinsäuger an Groß-und Kleinkatzen verfüttert wird: die Tiere, bzw. deren Genmaterial ist einfach zu wertvoll, um es durch unadäquate Ernährung und daraus resultierende Erkrankungen zu verlieren!

Ein optimaler Ersatz für Dosenfutter oder Trockenfutter ist Rohfutter - in Form von rohem Geflügel jeglicher Art, Kaninchen, anderen Kleinsäugern und Rind, Wild oder Lamm

Rohfütterung, auch bekannt unter der Bezeichnung BARF, ist (entgegen der Aussagen vieler schlecht informierter Tierärzte und der Futtermittelindustrie) nicht gefährlicher/unhygienischer als die Fütterung von Fertigfutter. Rohfütterung ist auch kein neumodischer Zeitvertreib verantwortungsloser Tierbesitzer. Industriell hergestelltes Katzenfutter in Dosen gibt es seit Ende 1950, Trockenfutter für Katzen erst seit den siebziger Jahren - davor fütterten Tierbesitzer ihre Katzen bereits mit rohem Fleisch, Innereien und Tischabfällen.

Ein Tierbesitzer kann bedenkenlos frisches, für den menschlichen Genuss zugelassenes Fleisch unter guten hygienischen Bedingungen zubereiten und roh an seine Katzen verfüttern - genauso bedenkenlos, wie er z. B. Mett/Tatar, halbrohe Steaks, Salami, rohen Schinken usw. konsumiert.  Die Evolution hat den Verdauungstrakt von Katzen bestens auf die Verwertung von frischem, rohem Fleisch konzipiert. Erkrankungsfälle durch Rohfütterung resultieren aus der Verfütterung von überlagertem Fleisch/Fleisch mit Defiziten in der Kühlkette und schlechten hygienischen Bedingungen während der Zubereitung. Ein normales Keimaufkommen bewältigt ein Katzenmagen/Katzendarm spielend - in der Natur fangen Katzen auch keine keimfreien Mäuse oder Vögel. 

Achtung:

  • Schweinefleisch sollte nicht verfüttert werden

  • Knochen generell nur roh verfüttern!!!

  • Eigelb kann man roh und gekocht - Eiweiß (Eiklar) nur gekocht anbieten.



Wir füttern unsere Tiere nahezu nur noch mit Rohfleisch.

Bei uns gibts jetzt außerhalb der Kittenzeiten: kein Fertigfutter mehr, keine künstlichen Nahrungszusätze, keine jährlichen Imfpungen und auch keine ständige Parasitenprophylaxe. Haben wir Kitten, gibts auch etwas Fertigfutter, damit diese im neuen zu Hause nicht erstmal 2 Wochen in den Hungerstreik treten. Es ist kein Haufen zusätzliche Arbeit roh zu füttern. Und es ist auch nicht ekliger, wenn man bedenkt, dass man es zwar jetzt mit rohem Fleisch, aber damit praktisch nicht mehr mit übel stinkenden, matschigen Haufen im Katzenklo zu tun hat. Es ist auch nicht schwer zu lernen, man muss kein Professor sein um eine Katze füttern zu können. Hier möchte ich gerne eine sicher etwas provokante Frage stellen... ernähren Sie sich und ihre Kinder absolut ausgewogen, nach individuell erarbeitetem Ernährungskonzept, mit diversen Supplimenten und mit Hilfe von Mikrogrammberechnungen? Nein? Leben Sie gut damit? Genau wie bei uns ist das auch bei der Katze gar nicht nötig, im Gegensatz zu uns Menschen ist die Katze sogar in der Lage zugeführte Aminosäuren umzubauen um die benötigten Vitamine daraus zu bauen, mit ganz wenigen Ausnahmen.

Zusammenfassend kann ich, als Züchterin, nur sagen es lohnt sich wirklich ein solch qualitativ hochwertiges Katzenfutter zu verwenden, oder besser noch gleich zur Rohfütterung umzusteigen. Rohfutter wird sehr gerne von meinen Katzen angenommen, deckt ihre Bedürfnisse voll ab und man spart sogar noch Geld dabei! Wie das funktioniert, obwohl es teurer ist als Katzenfutter aus dem Supermarkt?

  • Die Futtermenge pro Tag reduziert sich, da die Katze durch die hochwertige Kost besser satt wird.

  • Der Kotabsatz reduziert sich, da der Körper des Tieres die Kost besser verwerten kann (Ersparnis an Streu)

  • Durch gesunde, ausgewogene Ernährung ohne Zuckerzusätze, aufbereitete Öle usw. entstehen weniger Tierarztkosten wegen z.B. schlechter Zähne, Verfettung innerer Organe und Behandlungen aufgrund von Mangelerscheinungen.

Da stellt sich wohl letztendlich doch die Frage ob es sich lohnt am Futter für seinen Liebling zu sparen!? Ich denke ein verantwortungsvoller Züchter sollte auf jeden Fall Wert auf die Qualität seines Futters und damit die Gesundheit seiner Tiere legen. Schließlich möchte man ja auch als Käufer eines Kätzchens einen gutgenährten, ausgeglichenen und gesunden Stubentiger sein eigen nennen dürfen.