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B.A.R.F.


Definition


„Barf“ steht für „
biologisch artgerechte Rohfütterung“, oder auch auf englisch „bones and raw food“. Barfen heißt, sich darum zu bemühen, die Ernährung der Tiere so naturnah und artgerecht wie möglich zu gestalten. Allerdings bedeutet es auch nicht, einfach rohes Fleisch in die Näpfe zu geben. Die Fütterung entstand in Amerika und wurde anfangs hauptsächlich von Züchtern in Europa übernommen.

Vor der Entwicklung von Fertigfutter in den 1930er Jahren war die Fleischfütterung üblich, geriet dann aber in Vergessenheit. Zoos und Tierparks füttern ihre Kanivoren, wie Wölfe und afrikanische Wildkatzen schon immer mit frischem Fleisch und haben damit eine Vorbild- Funktion für viele interessierte Katzen- und Hundebesitzer.

Beim Barfen gibt es viele Möglichkeiten. Man kann nur einen Teil der täglichen Nahrung des Tieres mit Frischfleisch decken, oder sein Tier ganz mit Selbstgemachten ernähren. Auch was die benötigten Zusatzstoffe angeht, gibt es verschiedene Meinungen.

Barfen ist aber auch nicht unbedingt eine hochkomplizierte Wissenschaft, in die man sich jahrelang einarbeiten muss, wenn man seinen Tieren Mangelerscheinungen ersparen möchte (wie von manchen Tierfutterherstellern gerne mal verbreitet wird).

Warum BARF - ein Blick auf Fertigfutter


Der Grund, dass Menschen sich Gedanken um die Ernährung ihrer Tiere und auf die Suche nach Alternativen zu Fertigfutter machen, sind meist gesundheitliche Beschwerden des Haustiers wie Allergien, Futterunverträglichkeit oder z.B. immer wiederkehrende Haut- Krankheiten. Von diesen Tierbesitzern hört man sehr oft von der Besserung oder Beseitigung dieser Probleme, nachdem das Tier auf Frischfütterung umgestellt wurde. Andere, die auf BARF stoßen, haben zwar keine kränkelnden Tiere, aber dennoch erhebliche Zweifel an der gesunden und geeigneten Zusammensetzung von Fertigfutter. Der Mensch möchte ein Raubtier zu seiner Gesellschaft halten... warum weigert er sich dann permanent, das Raubtier artgerecht zu füttern? Will ich das Beste für meine Katze muss ich bereit sein, ihr das zu geben, was ihrer natürlichen Ernährungsweise am ehesten entspricht.

Für diese Zweifel sind zahlreiche Punkte verantwortlich, deshalb können hier nur einige genannt werden.

Bedürfnisse von Karnivoren

Hund und Katze sind Karnivoren. Der Hauptbestandteil ihrer Nahrung ist demnach Fleisch und ihre Verdauung hauptsächlich auf die Verarbeitung von Fleisch ausgelegt. Schaut man sich jedoch die Zusammensetzung von Trockenfertigfutter an, so müsste man meinen, ihre Verdauung wäre hauptsächlich auf die Verarbeitung pflanzlichen Materials ausgelegt. Mit 60-90 % Getreideanteil in gängigen Trockenfuttern bestehen diese aus mehr pflanzlichem als fleischigen Bestandteilen. Abgesehen davon, dass Getreide oft ein Allergen ist, stellt die Verdauung einer solchen Menge Hund und Katze vor eine große Herausforderung. Die Magensäfte können nicht ausreichend produziert werden, da hierfür der Schlüsselreiz „Fleisch“ benötigt wird. Folglich ist die Verdauung langsamer und Bakterien überleben. Das kann zu Fehlgärungen, Parasiten, Durchfall und einer erhöhten Gefahr einer Magendrehung führen. Außerdem schafft es die Bauchspeicheldrüse für diese Mengen Getreide kaum, genug Enzyme zur Verarbeitung zu bilden und kann dadurch krankhaft vergrößert werden.

Trotz dieser Gesichtspunkte wird Getreide als gut sättigender, billiger Energielieferant gerne in großem Maße von Futtermittelherstellern verwendet.

Undurchsichtige Deklaration

Der Hersteller hat einen recht großen Spielraum, was die Deklaration seines Futters betrifft. Er ist zu keiner Volldeklaration verpflichtet und darf viele unterschiedlich wertvolle Zutaten unter einem Sammelbegriff angeben, sodass der Verbraucher in diesem Fall nie wissen kann, was im Einzelnen verwendet wurde.
Zur Deklaration gehören die Auflistung der Inhaltsstoffe und in der Regel die garantierte Analyse bzw. der Gehalt an Inhaltsstoffen.

Liste der Inhaltsstoffe

Mindestens angegeben werden muss:

  • „Fleisch“: Die Fleischsorte muss nicht angegeben werden. Meist handelt es sich um eine Mischung aus verschiedenen Fleischsorten. Steht an dieser Stelle z.B. „Lamm“, heißt dies jedoch auch nicht, dass es sich um Lammfleisch handelt, denn hier wurden auch alle anderen Schlachtreste vom Lamm verwendet (s. „tierische Nebenerzeugnisse“).
  • „tierische Nebenerzeugnisse“: Die Nebenerzeugnisse können alles Denkbare an Schlachtresten sein, von hochwertigen Innereien bis hin zu Federn, Hufen, Hörnern, Urin.
  • „pflanzliche Eiweißextrakte“
  • „Zucker“
  • „Öle“
  • „Fette“

Zusatzstoffe, die aufgezählt werden, wurden künstlich hinzugesetzt. Die natürlichen Vitamine und Eiweiße werden im Herstellungsverfahren durch dauerhafte, sehr hohe Erhitzungen zerstört oder unbrauchbar gemacht. Stattdessen beigefügte Stoffe sind teilweise nur ein minderwertiger Ersatz. Z.B. wird Vitamin K1, für die lebenswichtige Blutgerinnung und viele andere Stoffwechselfunktionen zuständig, durch das künstlich hergestellte Vitamin K3 ersetzt, das zwar die Blutgerinnung gewährleistet, jedoch nicht die anderen Funktionen von K1. Vitamin K3 soll zudem toxisch wirkend und krebserregend sein und ist für den menschlichen Gebrauch nicht zugelassen. Die schädliche Wirkung auf Hund und Katze ist nicht wissenschaftlich belegt, will man als Tierhalter jedoch sichergehen und Fertigfutter ohne Vitamin K3 kaufen, scheitert dies daran, dass Vitamin K nicht deklarationspflichtig und somit nicht zu erkennen ist, ob Vitamin K3 in der Nahrung enthalten ist.


Um ihr Produkt gut zu verkaufen, geben einige Hersteller auf der Packung zudem „ohne Konservierungsstoffe“ an. Diese Kennzeichnung dürfen sie auch vornehmen, wenn beim Einkauf der Futterbestandteile längst Konservierungsstoffe enthalten waren, da sie diese nicht selbst hinzugefügt haben. Eine andere Methode ist es, zwar „ohne Konservierungsstoffe“ anzugeben, dafür aber die weniger bekannten, Konservierungsstoffen entsprechenden Antioxidantien anzuwenden und diese unter der Bezeichnung „EWG-Zusatzstoffe“ anzugeben. Zu den „EWG-Zusatzstoffen“ gehören ebenfalls wieder im Humanbereich verbotene Stoffe, die in Fett und Leber gespeichert werden und z.B. Allergien, Nerven- und Leberschäden verursachen können.


Auch durch einige Darstellungsweisen der Hersteller fühlt sich manch ein Tierhalter getäuscht. Die Inhaltsstoffe werden von links nach rechts mit abnehmendem Gewicht aufgelistet. Man geht also davon aus, dass an erster Stelle der Hauptbestandteil des Futters zu finden ist. Hier die Auflistung der Inhaltsstoffe eines Trockenfutters für mittelgroße, erwachsene Hunde einer sehr bekannten Futtermittelmarke:


Geflügelmehl, Weizenfuttermehl, Maisfuttermehl, Mais, Weizen, Tierfett, tierisches Eiweiß (hydrolysiert), Grieben, Rübentrockenschnitzel, Fischöl, Sojaöl, Hefe, Mineralstoffe, Mannan-Oligosaccharide, Ei getrocknet.

Es entsteht der Eindruck, dass Geflügel den größten Teil des Futters ausmacht. Schaut man jedoch die nachfolgenden vier Positionen (Weizenfuttermehl, Maisfuttermehl, Mais, Weizen) an, bleibt nicht lange verborgen, dass diese vier zusammen die größte ausmachen, nämlich Getreide. Da sich mittlerweile viele Tierhalter am hohen Getreideanteil stören, werden die Komponenten einzeln aufgelistet, sodass Getreide nicht mehr an erster Stelle steht und die große Menge vom Käufer schnell übersehen wird.


Eine andere Darstellung, die beim Futterkauf täuscht, ist die Beschriftung des Nassfutters. Dem Käufer wird eine große Auswahl an verschiedenen Fleischsorten suggeriert: Lamm, Rind, Huhn, Pute, Wild etc. Sieht man sich aber den Inhalt an, steht möglicherweise auf der „Wild“-Dose: „Fleisch- und tierische Nebenerzeugnisse (Wild mind. 4 %)“. 4 % Wild-Anteil reichen aus, damit der Hersteller entsprechende Dose groß mit „Wild“ bezeichnen darf. Möchte man das Tier also mit Wild füttern und kauft gutgläubig die Dose, füttert man 4 % Wild und 96 % kein Wild, sondern irgendetwas anderes, oftmals Schlachtreste vom Schwein.


Garantierte Analyse


Die garantierte Analyse nennt den Minimalgehalt an Rohprotein (alle vorhandenen Eiweißverbindungen) und Rohfett (alle enthaltenen Fettquellen), sowie den Maximalgehalt von Rohfasern (alle unverdaulichen Fasern), Rohasche (Mineralien und ggf. Verunreinigungen) und Feuchtigkeit.


Die ersten beiden Punkte, Rohprotein und Rohfett, werden unter Tierhaltern gerne als Qualitätsmerkmal zum Futtervergleich genutzt. Problematisch ist hierbei, dass diese Werte keinerlei Aussage zur Verwertbarkeit der angegebenen Proteine und Fette machen und somit auch nicht zur Qualität. Beispielsweise kann ein Teil des Proteingehalts auch aus den mitverarbeiteten Federn stammen. Diese sind für Katze und Hund nutzlos.


Gibt es ein „Alleinfutter“?


Jedes Mischfutter für Hund und Katze ist als „Alleinfutter“ gekennzeichnet. Ein Alleinfutter beansprucht für sich, ohne jegliche Ergänzung die Versorgung des Tieres mit allen Stoffen gewährleisten zu können. Das hieße also, dass jeder einzelne benötigte Nährstoff in richtiger Menge für jedes individuelle Tier mit individuellem Bedarf im Futter enthalten sein müsste. Es ist fraglich, ob dies möglich ist. Interessant ist, dass die Deutsche Gesellschaft für Ernährung aussagt, dass ein Alleinfutter für Menschen nicht möglich sei. In Bezug auf das Alleinfutter für Tiere hieße das also, dass die Bedarfswerte von Tieren besser erforscht sein müssten als die von Menschen, wovon kaum auszugehen ist. Ein Standardfutter, das für viele verschiedene Tiere verkauft wird, basiert, da keine sicheren Bedarfswerte bekannt sind, auf Schätzwerten und kann kaum auf den einzelnen Bedarf eingehen. Von einigen Nährstoffbestandteilen ist noch nicht einmal die Funktion bekannt. Fehlt also nur eine Komponente oder ist im falschen Maß vorhanden, wird der Körper bei alleiniger Nutzung dieses Futters geschädigt. Tierärztin und Gesundheitsberaterin mit Schwerpunkt Ernährung Dr. Vera Biber äußert sich dazu wie folgt:
„Kein Industriefutter ist so optimal, dass es nicht doch auf Dauer durch Einseitigkeit Erkrankungen auslösen kann.“ Diese Mängel müssen nicht sofort sichtbar werden, manches kommt auch erst in kommenden Generationen zum Vorschein.


Am Gesündesten ist es, wie auch uns Menschen immer wieder gesagt wird, sich natürlich und abwechslungsreich zu ernähren. Es ist nicht nötig, jeden einzelnen Nährstoff mit jeder Mahlzeit oder täglich aufzunehmen.


Zusammenfassend kann man nun also auf die Frage „Warum BARF?“, schlichtweg antworten, dass Tierhalter endlich wissen wollen, was in den Napf kommt, da sie durch das Vorgehen in der Futtermittelindustrie die Gesundheit ihrer Tiere nicht gesichert sehen.


Kritik und Bedenken gegenüber BARF


Auch zu BARF gibt es einige Bedenken. Die gängigsten Kritikpunkte sollen hier behandelt werden:


*„rohes Fleisch macht aggressiv“: Dies ist eine sich haltende Behauptung. Aggression und Rohfleischfütterung stehen in keinem Zusammenhang.


*„Knochenfütterung ist gefährlich“: Wenn es sich hier um gekochte Knochen handelt, wird dies klar bejaht, da diese hart, spröde und leicht splitternd sind. Knochen dürfen nur in rohem Zustand gegeben werden, da sie dann weich und flexibel (Geflügel) oder sehr hart (Rind) sind. Generell gilt, das Tier genau zu beobachten, ob und wie viel Knochen es verträgt (Knochenkot!).


*„rohes Fleisch überträgt Krankheiten und Parasiten“: Das ist grundsätzlich möglich. Die größten Bedenken bestehen gegenüber:
  • dem Aujeszky-Virus: Er wird nur über rohes Schweine- und Wildschweinefleisch übertragen. Diese Fleischsorten werden deshalb nicht gefüttert.
  • BSE: Es ist bisher kein Fall bekannt, dass BSE auf einen Hund übertragen wurde, bei Katzen soll es in 15 Jahren 70 Fälle gegeben haben. Man sollte die Fleischherkunft überprüfen und seinen Fleischlieferanten gut aussuchen. Risikomaterial vom Rind gelangt jedoch gar nicht erst in den Handel.
  • Salmonellen: Diese können in Hack- und Geflügelfleisch vorkommen. Der Magen-Darm-Trakt eines gesunden Tieres wird allerdings problemlos mit ihnen fertig, da die Verdauungssäfte sehr stark sind, bis zu fünfmal sauerer als unsere. Nur bei überdurchschnittlich vielen Salmonellen und einem Tier mit Immunschwäche muss aufgepasst werden. Das Fleisch sollte nie lange aufgetaut stehen gelassen und das Tauwasser nicht verwendet werden.
  • Darmparasiten: Würmer können sich nicht dauerhaft in der aggressiven Darmflora der rohgefütterten Katze halten und werden erst gar nicht zum Problem, für Giardien gilt das Selbe. Der Verdauungstrakt der Carnivoren (Fleischfresser) ist kurz und deshalb darauf angelegt, schnell und aggressiv zu arbeiten. Die Ideale Voraussetzung für Rohfütterung.


*„höhere Kosten“: Das kommt darauf an, welches Futter vorher gekauft wurde. Die Kosten entsprechen denen von als hochwertig bekannten Fertigfuttern.


*„sehr hoher Zeitaufwand“: Zu Beginn braucht es seine Zeit sich zu informieren und Routine zu bekommen. Danach gibt es, außer das z.B. monatlich Rationen vorbereitet und eingefroren werden, keine großen Unterschiede.


Zusatzstoffe


Wir wollen natürlich mit unserem Futter den natürlichen Beutetieren unserer Haustiere möglichst nahe kommen. Das gekaufte, ausgeblutete Fleisch aus dem Laden entspricht in seiner Zusammensetzung leider nicht mehr einer Maus oder einem Gnu. Auch fehlen bestimmte Teile, die die Fleischfresser in freier Wildbahn mit fressen würden, aber im Geschäft schwierig zu bekommen sind. Dazu gehört Blut, Mägen samt Inhalt oder Knochen.


Deshalb ergänzt man wenn nötig bestimmte Mineralstoffe und Vitamine. Diese zugesetzten Stoffe werden unter Barfern als „Supplemente“ bezeichnet. Im Folgenden werden die einzelnen Bestandteile erläutert, die dem Fleisch vom Schlachter im Vergleich zur Beute fehlen, und erklärt, wie sie ersetzt werden können.


Vitamine und Mineralstoffe


Das Fleisch, das man hier kaufen kann ist selten schlachtfrisch. Durch die Lagerung, den Transport und der Verarbeitung gehen wichtige Vitamine verloren.

Zu diesen zählen Vitamin D3, Vitamin B, Vitamin E, Vitamin C, Vitamin K, Vitamin H und Vitamin A. Einige kann man durch eine ausgewogene Obst- und Gemüsebeilage zufügen. Aber vor allem Katzen, die nur wenig Gemüse aufnehmen, müssen diese lebenswichtigen Vitamine auf anderem Wege erhalten. Dafür gibt es Produkte, sie Sie bei Ihrem Tierarzt bekommen können.


Die Menge an nötigen Zusätzen ist von der Tierart abhängig. Manche Vitamine sind auch nur für einige Tierarten wichtig. Zum Beispiel Vitamin C kann von Katzen gar nicht verarbeitet werden, sie brauchen es nicht.

Beim Schlachter werden die Schlachttiere in der Regel ausgeblutet. Dadurch gehen unserem Tier wichtige Mineralstoffe und vor allem Wasser verloren. Nicht ausgeblutete Schlachttiere bekommt man in Deutschland nur schwer. Um das Blut zu ersetzten muss dem Futter vor allem reichlich Wasser zugefügt werden. Des Weiteren fehlen Eisen, Jod und Salz.


Eisen kann durch dunkles Fleisch, wie Rind zugefügt werden. Dieses enthält getrockneten Rinderblutfarbstoff, welches Eisen enthält.


Jod ist reichlich in Seealgenmehl vorhanden.


Salz kann dem Futter über Himalaya- oder Meersalz beigegeben werden. Kochsalz sollte eher vermieden werden, da diesem oft schon Jod in unbekannter Menge zugefügt wurde.


Wasser muss stets reichlich untergemischt werden. Vor allem die Katzen nehmen ihren Feuchtigkeitsbedarf über die Nahrung auf
und trinken nur im äußersten Notfall.


Knochen sind ein unbedingter Teil des Beutetiers. Bei dem Futterfleisch, das wir unseren Tieren geben, fehlt dieser Teil oft. Entweder, weil das Fleisch knochenfrei verkauft wird, weil unser Tier die Knochen nicht mag, oder weil es sie nicht verträgt. Trotzdem muss das lebenswichtige Calcium in unser Tier gelangen. Es ist besonders wichtig für junge Tiere, für den Knochenbau und die Zähne.


Um eine ausreichende Versorgung zu garantieren, kann man auf verschiedene calciumreiche Alternativen zurückgreifen, wenn eine ausreichende Knochenfütterung nicht möglich ist.


Knochenmehl besteht aus gebranntem und gemörsertem Knochen.Eierschale kann man leicht selber herstellen, in dem man rohe Eierschalen mörsert.


In der Natur haben die Beutetiere zu unterschiedlichen Jahreszeiten unterschiedlich dicke Fettdepots. Wenn das Leben im Winter härter wird, schützt sie eine Fettschicht vor Witterung und Hunger. Über die Jagd bekommen die Fleischfresser so bei Bedarf auch einen höheren Fettanteil ab. Denn Fett ist ein wichtiger Energielieferant.


Das Fleisch, das wir im Supermarkt kaufen, hat einen unterschiedlichen Fettgehalt. Es gibt mageres und gemasertes, sprich fettiges, Fleisch. Um Hund und Katze mit genügend Fett zu versorgen, müssen wir dem Fleisch bei Bedarf Fett hinzufügen. Es ist sinnvoll, Fleisch wenn möglich mit Haut zu füttern, da unter der Haut in der Regel das meiste Fett sitzt. Sollte der Fettgehalt trotzdem nicht reichen, kann es durch Schmalz oder Butter ersetzt werden. Beim Schmalzkauf muss man darauf achten, Schmalz ohne Kräuter oder andere Zusätze zu bekommen.


Besonders wichtig ist das Fett als Energielieferant bei Tieren, die eiweiß- und phosphorarm ernährt werden sollen. Phosphor und Eiweiß sitzen hauptsächlich im Fleisch. Wenn man den Fleischanteil senkt und dafür den Fettanteil erhöht, bleibt der Energiehaushalt ausgewogen, aber Phosphor und Eiweiß werden reduziert.


Mageninhalt


Da wir nur in Ausnahmefällen das gesamte Beutetier füttern können, fehlen in unserem Futter stets der Magen mit seinem Inhalt. Auch wenn man zum Beispiel Hühnermägen verfüttert, so sind diese doch ausgewaschen. Durch den Magen des Beutetiers nimmt die Katze pflanzliche Teile, sprich Ballaststoffe auf. Diese benötigt sie für die Verdauung. Katzen decken ihren gesamten Ballaststoffbedarf über diese Quelle.


Bei der Fütterung von Eintagsküken und Mäusen bedarf es keiner weiteren Ballaststofffütterung. Bei Küken und Mäusen frisst die Katze den gefüllten Magen mit. Hier wirken außerdem Federn und Fell ebenfalls wie Ballaststoffe.


Um die Ballaststoffe zu ersetzen kann Gemüse und Obst, gefüttert werden. Obst und Gemüse werden püriert oder zerkocht. Nur so können die Fleischfresser die Bestandteile verdauen. Katzen brauchen deutlich weniger pflanzliche Bestandteile in ihrem Futter als Hunde.



Katzen barfen


Katzen brauchen, im Vergleich zum Hund, weniger pflanzliche Anteile in ihrer Nahrung. Sie sind wählerischer in ihrer Beutewahl. Sie würden kein Aas fressen. Ihre Hauptnahrung besteht aus Kleinsäugern und sie fressen kaum Pflanzenteile, abgesehen von dem Mageninhalt des Beutetiers. Ihre Verdauung ist auf diese Nahrung abgestimmt.


Als ursprüngliche Wüstenbewohner nehmen Katzen ihren gesamten Wasserbedarf über die Nahrung auf. Wenn diese nicht genug Feuchtigkeit enthält, trinken sie erst, wenn sie schon kurz vor der Austrocknung stehen.


Bei der Katze versucht man das Futter in kürzerer Zeit ausgewogen zu gestalten. Sie reagieren empfindlicher auf Mangel- oder Überversorgung. Auch sollten sie nicht, wie bei Hunden teilweise üblich, Fastentage haben. Sie sind auf ein regelmäßiges Nahrungsangebot angewiesen.


Als Besonderheit anzusehen, ist ihr hoher Taurinbedarf. Taurin ist eine Aminosäure, die die Katze nicht selber produzieren kann, aber unbedingt braucht. Interessanterweise ist die Maus das Lebewesen mit dem höchsten bei Landsäugern je gemessenen Tauringehalt. Es ist erstaunlich wie geschickt die Natur diese komplexen Zusammenhänge ausnutzt.


Was braucht die Katze?


Die Grundlage eines jeden Katzenfutters sollte natürlich Fleisch sein. Das Fleisch kann von allen Möglichen Tieren sein. Am leichtesten kommt man wohl an Rind, Geflügel, Lamm, Kaninchen oder Wild. Aber auch exotische Fleischsorten wie Strauß können angeboten werden. Einzige Einschränkungen sind Schweine- und Wildschweinefleisch. Diese sollten wegen der Pseudotollwut nicht roh gefüttert werden. Auch Pferdefleisch sollte man lieber vermeiden. Bei einer möglichen Futtermittelallergie dient es oft als Ausschlussdiät, da es in konventionellem Futter selten enthalten und so eine Allergie unwahrscheinlich ist.


Zu dem Fleisch sollte man auch Innereien, wie Herz, Mägen und Leber füttern.


Auch ins Futter gehören regelmäßig Knochen und knorpelige Anteile. Wenn man die Möglichkeit hat, kann man gerne die Haut und im Idealfall sogar das Fell mit füttern. Umso ähnlicher unser Futter der natürlichen Beute ist, desto besser ist es als Nahrung geeignet.


Als ideales Futter könnte man ganze Futtertiere ansehen. Zum Beispiel gibt es Eintagsküken, Mäuse und andere Futtertiere tiefgefroren zu kaufen. Bis auf die Küken sind sie jedoch relativ teuer und bei Labortieren, wie Mäusen und Ratten ist auch nicht sicher, in wie weit sie medikamentös und chemisch belastet sind.


Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Katzennahrung ist Taurin. Taurin ist viel im Herzmuskel und in Schalentieren enthalten. Allerdings reicht es in der Regel nicht aus um den Bedarf der Katze zu decken. Deshalb fügt man es künstlich dem Futter zu. Der Taurinbedarf der Katze liegt zwischen 200 und 500 mg pro Tag. Eine Unterversorgung kann zu Blindheit und Organschäden führen. Zu viel Taurin kann man eigentlich nicht geben.


Da Katzen freiwillig nur sehr wenig trinken, ist es unbedingt nötig, der Nahrung Wasser hinzu zu geben. In der Natur decken sie ihren Bedarf über das Blut der Beute. Ebenfalls über das Blut würde Salz in die Katze gelangen. Also müssen wir auch das zugeben.


Abhängig vom Fettgehalt des zu verfütternden Fleisches, muss ein Fettersatz ergänzt werden. Vor allem bei Tieren, die phosphorarm ernährt werden sollen, ist Fett ein guter Energielieferant.


Als letztes sind genügend Ballaststoffe wichtig. Bei jeder Katze muss ausprobiert werden, wie viel Gemüse sie braucht um eine funktionierende Verdauung zu haben.


Barfen in der Umsetzung



Der Einkauf


Das Fleisch kann aus verschiedenen Quellen bezogen werden. Kleine Mengen ersteht man im Supermarkt, bei größeren Mengen lohnt sich die Fahrt zu einem Schlachter oder die Bestellung in einem Internetversandhandel. Ballaststoffe, also Obst und Gemüse bekommt man in jedem Supermarkt. Die Zusatzstoffe zur Nahrungsergänzung erhält man teilweise in Drogerien und Apotheken, hauptsächlich aber in Internetshops.



Huhn: Herzen (enthält viel Taurin), Mägen, Hühnerklein (mit Haut durch den Fleischwolf gedreht), Hühnerhälse

Pute: Brust

Rind: Herz, Niere, Leber (nicht zu viel verursacht Durchfall), Rinderhalsfleisch in Stücken und gewolft (schön fett), Rindermuskelfleisch, fettiger Rinderbraten

Fisch: (besonders reich an Omega 3-Fetten sind die fettreichen Fische wie z.B. Lachs, Makrele, Hering oder auch Sardinen, Muscheln, Meeresfrüchte Tunfisch im eigenen Saft


Fische enthalten auch viele Vitamine und Mineralstoffe Erwähnenswert ist hier das Vitamin D Meeresfrüchte werden gerne gnommen und enthalten viel Taurin aber bitte auch bei Fisch nur roh füttern, da machen dann auch die Gräten nichts, vorsicht aber bei gierigen Schlingen, da würde ich nur grätenarmen Fisch geben


Die Zubereitung


Es lohnt sich spezielle Zubereitungstage einzurichten, an denen man Futter für einen längeren Zeitraum zubereitet. Dafür schneidet man zuerst das Fleisch in die gewünschte Größe. Um es am Anfang einfacher zu machen, kann man Fleisch, Knochen, ein kleines Stück Leber und Herzen alles zusammen in einen Fleischwolf durchmixen und so portionieren. Zum Abschluss wird die Masse eingefroren, entweder in Dosen oder in Gefrierbeuteln. Den Fisch gibt man dann 2x die Woche nach dem Einfrieren mit dazu
Oft wird gesagt, dass Barfen zu viel Zeit bedarf, aber eigentlich begrenzt es sich auf diese Zubereitungstage. An einem solchen Tag kommt es darauf an, wie viele Tiere man zu versorgen hat. Für eine Katze braucht eine Person um Futter für einen Monat herzustellen etwa zwei Stunden. Umso mehr Fleisch es wird, desto länger benötigt man natürlich.


Das Servieren


Die tägliche Arbeit beim Barfen begrenzt sich auf das Auftauen der Portion im Kühlschrank. Etwa jeden zweiten Tag etwas frisches geraspeltes oder getrocknetes Gemüse zum Fressen frisch unterrühren, soll in der Menge etwa 3% ausmachen. Auch wird jeden zweiten/dritten Tag übers Futter eine Prise Salz (Mineralien) und etwas Knoblauchgranulat (Parasitenschutz) getan. Die Portion mit heißem, nicht kochenden Wasser auf Zimmerthemperatur bringen, Taurin dazu und dem Tier vorsetzen.


Fazit


Wir persönlich haben uns für das Barfen entschieden um die Gesundheit unserer Tiere gewährleisten zu können. Die Nebenwirkungen und Risiken von Fertigfutter bei alleiniger Fütterung wollen wir nicht akzeptieren. Außerdem interessiert uns die Bedürfnisse unserer Tiere und wie das optimale Futter zusammengesetzt sein sollte.


Um dies zu erreichen, haben wir uns informiert und sind so auf das Barfen als Fütterungskonzepts gestoßen.


Ein gutes Buch zur Rohfütterung ist Natural Cat Food Rohfütterung für katzen – Ein praktischer Leitfaden (Taschenbuch) von Susanne Reinerth



Quellenangaben


http://www.savannahcat.de